Ratgeber

Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Erziehung

Erkenntnisse der modernen Hundeerziehung

Ihr Hund – ein absoluter Egoist? Auch wenn Ihnen die Lektüre über die moderne Hundeerziehung wahrscheinlich nicht sonderlich gefallen wird, sollten Sie dennoch einiges über das Wesen und der Denkweise lernen.

Ihr Hunde ist ein absoluter Egoist. Selbst wenn er mit treuem Blick vor Ihnen sitzt, glauben Sie bitte nicht, dass er das tut, um Ihnen unbedingt zu gefallen. Auch die Geschichte von vorhandenem schlechten Gewissen Ihres Hundes können Sie getrost vergessen, ebenfalls ist es ihm herzlich egal, ob er sie blamiert, wenn er nicht gehorcht.

In der modernern Hundeerziehung geht man sogar davon aus, dass Ihr Hund nicht einmal den Unterschied zwischen „erlaubt“ und „verboten“ kennt. Er unterscheidet grundsätzlich zwischen gefährlich und ungefährlich, also angenehm oder unangenehm. Ihr Hund räumt in Ihrer Abwesenheit nicht den Tisch leer, weil er weiß, dass er das nicht darf, sondern vielmehr weil er gelernt, hat, dass es in Ihrer Abwesenheit ungefährlich, also angenehm ist. Sitzen Sie jedoch am Tisch, wird der Hund es wohl nicht wagen, da das Stehlen am Tisch in Ihrer Anwesenheit gefährlich, also unangenehm sein könnte.

Auch ist die Liebe oder Zuneigung eines Hundes nicht vergleichbar mit der Art von Zuneigung zwischen Menschen. Das soll nicht heißen, dass Ihr Hund Sie nicht auf seine Weise liebt, nur kann er sich nicht in das Gefühlleben eines Menschen hineinversetzen. Der Hund macht sein Verhalten nicht davon abhängig, welche Gefühle es in Ihnen auslöst, sondern ausschließlich, welche Vor- oder Nachteile es für ihn selbst hat. Die weiteren Ausführungen über die Hundeerziehung werden dies verdeutlichen.

Falls hierdurch Ihre Wertvorstellung über die Liebe Ihres Hundes ernüchtert wurden, so könnte die Tatsache tröstlich sein, dass Ihr Hund andernfalls aber auch nichts tun wird, um Sie zu ärgern oder sich gar an Ihnen zu rächen. 

Hundeerziehung – Lernen durch Verknüpfung

Hundefernsehstars wie Lassie oder Kommissar Rex lassen den unerfahrenen Zuschauer in dem Glauben, dass Hunde Zusammenhänge erfassen können und hierauf geeignet reagieren können. Kommissar Rex wird in der Realität wohl kaum einen Mörder überführen können, das obligatorische Stehlen der Wurstsemmel hingegen bekommt er auch ohne große Mühe hin. Die Möglichkeit nachzudenken oder zu kombinieren ist dem Verstand des Hundes nicht gegeben.

Die moderne Hundeerziehung beruht auf zwei Lernmethoden:

Klassische Konditionierung

Hier werden gewünschte Verhaltensweisen gleichzeitig oder sehr kurz darauf mit Dingen, beispielsweise einer Belohnung verknüpft. Führen Sie z. B. Hundeleckerlies in Ihrer Jackentasche und belohnen Ihren Hund regelmäßig aus dieser Tasche, so wird er Sie schon freudig wedelnd anhimmeln, sobald Sie nur die Hand in die Jackentasche stecken. Ein anderes Beispiel für die klassische Konditionierung in der Hundeerziehung ist das Trainieren der Grundkommandos, der Hund setzt sich hin und bekommt ein Leckerlie, dies verbinden Sie mit einem Sicht- oder Hörzeichen. Der Hund wird sich nicht hinsetzen, weil er Ihnen einen Gefallen tun möchte, sondern weil er das Hundeleckerlie haben möchte. Genauso verhält es sich mit allen anderen gewünschten Verhaltensweisen. Hier ist es wichtig, diese Übungen regelmäßig durchzuführen, damit der Hund das gewünschte Verhalten nicht vergisst.

Operante Konditionierung

Eine alternative Lernmethode in der Hundeerziehung ist die Operante Konditionierung, sprich Versuch und Irrtum, was man auch als Versuch und Erfolg interpretieren kann. Ein Beispiel hierfür könnte das klassische Leineziehen sein. Zieht der Hund wie verrückt an der Leine und Sie unterbinden dies nicht sondern stolpern hinter Ihrem Hund her, so hat er Erfolg. Bleiben Sie jedoch beispielsweise konsequent stehen oder wechseln Sie die Laufrichtung so hat der Hund hier keinen Erfolg, sondern unterliegt einem Irrtum. Erst wenn der Hund ein gewünschtes Verhalten an der Leine zeigt, wird der Spaziergang fortgeführt, aber auch sofort wieder unterbrochen, wenn er wieder an der Leine zerrt. Der Hund lernt also den Unterschied zwischen Erfolg und Irrtum. Ein weiteres Beispiel ist das Bellen und Jaulen vor einer verschlossener Tür und Ihrer Abwesenheit. Betreten Sie den Raum während Ihr Hund jault, verknüpft er dies als Erfolg: Jaulen = Frauchen kommt! Warten Sie jedoch ab, bis Ihr Hund sich beruhigt hat und betreten dann den Raum, erreichen Sie Ihr Ziel.

Zusätzlich werden noch zwei weitere Lernformen angewendet, nämlich die der Gewöhnung und der Sensibilisierung im Umgang mit dem Hund. Man kann Hunde in der Hundeerziehung an Lärm oder Gerüche gewöhnen. Welpen beispielsweise sollten zum geeigneten Zeitpunkt an Alltagsgeräusche und Situationen gewöhnt werden, damit diese sich später selbstsicher dagegen entwickeln. Die Reaktion des Hundes auf diese Lernformen ist in keinem Falle sicher vorherzusagen, es hängt oft von der seelischen Konstitution des Hundes ab. Bei der Sensibilisierung von Schutzhunden auf Schussgleichgültigkeit kann es passieren, dass der Knall dem Hund tatsächlich nichts ausmacht oder aber eine ausgewachsene Schussangst entwickelt.

Diese Lernarten in der Hundeerziehung sind nur dann wirklich effektiv, wenn der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Verhalten (erwünscht / unerwünscht) und Ihrer Reaktion (Lob / Tadel) stimmt. Ihr Hund kann Zusammenhänge nur dann verknüpfen, wenn sie unmittelbar hintereinander erfolgen. Unter unmittelbar versteht man hier 1 bis 2 Sekunden!

Der Erfolg Ihrer Hundeerziehung hängt also im Wesentlichen davon ab, dass Sie die zeitlichen Zusammenhänge unbedingt einhalten. Als Beispiel führen wir das beliebte Stehlen vom Tisch auf: Erwischen Sie Ihren Hund dabei, wie er mit den Vorderpfoten am Tisch steht und Essen stiehlt, wirkt sich der Tadel (z. B. ein scharf gesprochenes „Nein“ oder „Pfui“) genau auf diese Handlung aus. Kommen Sie jedoch in den Raum und der Hund hat die Handlung beendet und kommt auf Sie zu, so wird er den Tadel darauf beziehen, dass er zu Ihnen kommt. Dies könnte bedeuten, dass er zukünftig weiter vom Tisch klaut, sich aber ängstlich Ihnen nähern wird! Auch bei den Übungen des Grundgehorsams ist es enorm wichtig, hier das richtige Timing für die Belohnung zu finden.

Warum lernt Ihr Hund?

Um Ihren Hund dazu zu bringen, dass er lernt oder erwünscht handelt, benötigt er einen Antrieb. In der Hundeerziehung spricht man von Motivation, Motivation kann als Beweggrund zum Handeln definiert werden. Die Kunst in der Hundeerziehung besteht darin, den Hund dazu zu bekommen, dass er lernen will. Die Motivation in der Hundeerziehung kann man grundsätzlich über zwei Methoden erreichen bzw. steigern. Einige Hunde vollbringen für die Aussicht auf ein Hundeleckerlie ihre Kunststücke, andere reagieren auf ihr Lieblingsspielzeug. Bei der Motivierung mit Hundeleckerlies ist aber darauf zu achten, dass der Hund nicht zu satt ist.

Die Hundeerziehung basiert auf das Zusammenspiel von Belohnung und Strafe. Der Schwerpunkt in der Hundeerziehung liegt natürlich in der Belohnung, die Aussicht des Hundes auf ein Leckerlie oder seinem Lieblingsspielzeug lässt ihn freudig arbeiten und erwünschtes Verhalten erlernen. Bei unerwünschtem Verhalten ist sicherlich Bestrafung notwendig und bringt den Hund auch wieder dazu, erwünscht zu lernen, jedoch sollten Bestrafungen in der Hundeerziehung nur begrenzt und dann sinnvoll eingesetzt werden. Auch sollte der Hundeführer bei der Hundeerziehung seelisch ausgeglichen sein, um adäquat auf seinen Hund zu reagieren. Übertriebene und emotionale Einwirkungen auf den Hund haben zur Folge, das die Hunde ängstlich und eingeschüchtert sein werden.

Wenn es im Grundgehorsam darum geht, dass der Hund aktiv etwas tun soll, ist Zwang eh nicht angemessen, hier soll erwünschtes Verhalten belohnt werden. Wenn das Ziel der Hundeerziehung das Unterlassen bestimmter unerwünschter Handlungen, wie Jagen, Klauen oder Zerstören von Gegenständen ist, kann man als Hundehalter nicht immer auf Strafe verzichten. Die Strafe muss mit der modernen und zeitgemäßen Hundeerziehung in Einklang gebracht werden.

Futterbelohnung in der Hundeerziehung

Seltsamerweise sind viele Hundebesitzer der Meinung, dass Futterbelohnung eigentlich Bestechung ist und sträuben sich anfangs gegen eine Hundeerziehung mittels Futterbelohnung. Der Hund zeigt das erwünschte Verhalten während der Hundeerziehung schließlich nur, weil er auf das Leckerchen scharf ist. Auch finden stark riechende oder fettige Leckerchen wie Fleischwurst oder Käse auch nicht unbedingt die größte Begeisterung beim Hundebesitzer.

Auch treten beim Hundebesitzer Befürchtungen auf, dass der Hund nur bettelt und von der Hundeerziehung abgelenkt wird. Genau das Gegenteil ist der Fall, der Hund ist sehr leicht zu motivieren, Sie müssen nur diese Motivation in gewünschtes Verhalten tauschen. Wenn Ihr Hund verstanden hat, dass er die Hundeleckerlies nicht durch Betteln oder Hochspringen erhält, sondern durch das richtige Ausführen Ihrer Kommandos, werden Sie schnell viel Freude an der Hundeerziehung haben. Aber auch hier gilt, Konsequenz und Geduld sind die Grundpfeile der Hundeerziehung.

Die Größe der Leckerchen sollte möglichst so klein sein, so dass der Hund nicht lange kauen muss und das Leckerchen auch nicht krümelt – das könnte auf dem Hundeplatz z. B. andere Hunde in der Hundeerziehung ablenken. Als Leckerchen eignen sich handelsübliche Snacks oder Welpenfutter. Wer auf die Ernährung seines Hundes besonderen Wert legt, entscheidet sich für selbsthergestellte Leckerchen in Lebensmittelqualität. Um ein Abwechselreichtum zu gewährleisten, sollten Sie Leckerchen unterschiedlicher Sorten für die Hundeerziehung verwenden. Vor den Trainingseinheiten sollten Ihre Hunde nicht zu satt sein, die Ration an Leckerchen muss natürlich der Gesamtfuttermenge angerechnet werden

Wichtig zu beachten: Leckerchen sind ein sehr wichtiges Motivationsmittel, verabreichen Sie Ihrem Hund wirklich nur das Leckerchen, wenn er das geforderte erwünschte Verhalten gezeigt hat! 

Spielbelohnung in der Hundeerziehung

Eine Art der Belohnung in der Hundeerziehung ist das Spiel. Hier ist zu beachten, dass das Spiel sehr nah und gemeinsam mit dem Hundeführer stattfindet. Wichtiger Bestandteil der Hundeerziehung ist das Miteinander, sowohl bei den Erziehungseinheiten, als auch bei der Belohnung. Sie sollen bei der Hundeerziehung gemeinsam Spaß haben!

Als Spielzeuge zur Belohnung in der Hundeerziehung sind besonders Spielzeuge geeignet, die für Zerrspiele geeignet sind. Rechnen Sie auch damit, dass die Spielzeuge im Einsatz schmutzig werden können und in der Regel auch herrlich durchgeschlabbert sind. Verstecken Sie während der Hundeerziehung das Spielzeug dicht am Körper, so dass der Hund es nicht sieht, Sie es aber zur Belohnung wie bereits beschrieben blitzschnell einsetzen können. Das Spiel zur Belohnung nach erwünschtem Verhalten während der Hundeerziehung sollte 10 Sekunden nicht überschreiten.

Für den Fall, dass sich der Spieltrieb Ihres Hundes in Grenzen hält, so sollten Sie Speileinlagen stets in Verbindung mit der Hundeerziehung zu bringen.

Wichtig: Das Spielzeug ist ein Arbeitsspielzeug in der Hundeerziehung und wird auch nur dann eingesetzt, wenn Sie mit dem Hund arbeiten. Dadurch steigern Sie die Attraktivität dieses Spielzeuges und der Hund verknüpft den Zusammenhang zwischen Hundeerziehung und Spiel als Belohnung.

Futterbelohnung / Spielbelohnung wieder abbauen

Wie in den vorherigen Kapiteln der Hundeerziehung beschrieben, eignen sich die Futterbelohnung / Spielbelohnung hervorragend, um die Verknüpfungen von gewünschtem Verhalten mit der Belohnung herzustellen. Der Hund verknüpft in der Hundeerziehung die Belohnung mit dem Signal „Richtig gemacht“ und ist der felsenfesten Überzeugung, dass es sich im jeden Falle lohnt gewünschtes Verhalten zu zeigen.

Die beiden Belohnungsarten in der Hundeerziehung dienen anfangs dem Erlernen und Befolgen der gegebenen Kommandos, im späterem Stadium der Hundeerziehung jedoch sollten diese Kommandos fast gänzlich ohne Triebmittel (= Belohnung) befolgt werden. Ein fataler Fehler in der Hundeerziehung ist es, die Belohnungen abrupt einzustellen, dadurch verliert Ihr Hund die Motivation zur weiteren Hundeerziehung. Er erhält für das gewünschte Verhalten keine Belohnung und wird sich automatisch fragen, warum er dieses Kommando denn noch ausführen soll.

Der erste Schritt zum Abbau von Lockmitteln in der Hundeerziehung ist das unregelmäßige Verstecken des Lockmittels. Der Hund muss anfangs zu jeder Zeit davon ausgehen, dass es sich immer lohnt ein Kommando auszuführen, auch wenn er die Belohnung noch nicht sieht.

Der zweite Schritt in diesem Teil der Hundeerziehung besteht darin, eine „Lohnkürzung“ einzuführen, d. h. Ihr Hund muss härter arbeiten um seine Belohnung zu bekommen. Dadurch festigt sich das Gelernte aus der Hundeerziehung. Eine Methode wäre z. B., nur für jede zweite gelungene Übung den Hund zu belohnen. Es ist gut möglich, dass der Hund hierauf irritiert reagiert, aber die Tatsache, dass es bei der zweiten Übung direkt danach wieder die Belohnung gibt, lässt ihn an diesen Ablauf gewöhnen. Achten Sie aber hierbei, das Ihr Hund auch das erste Kommando (ohne Belohnung) korrekt durchführt. Bleiben Sie hier unbedingt konsequent, auch wenn seine Leistung zwischendurch schon mal abfällt. Hat sich dieses Schema gefestigt, können Sie den Rhythmus der Belohnungen weiter nach unten führen. Sind Sie bei einem gefestigtem Rhythmus von vier gelungen Übungen zu einer Belohnung angekommen, ist eine große Hürde in der Hundeerziehung geschafft.

Jetzt können Sie zum Zufallsprinzip übergehen, belohnen Sie Ihren Hund in der Hundeerziehung unregelmäßig und auch unterschiedlich. Von normalen Trainingsleckerlies bis hin zu besonders aromatischen Wurststückchen. Da ein Hund nicht zählen kann, entwickelt sich die Erwartung an eine Belohnung wie ein Glückspiel, dem Hund wird es nicht auffallen, in welchem Rhythmus er Belohnungen erhält. Allein die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund ein besonderes Leckerchen erhält, wenn er Ihre Kommandos befolgt, lässt seine Motivation so steigern, dass er Ihrer Anweisung folgt.

Sie als Hundebesitzer sind in dieser Form der Hundeerziehung besonders gefordert, Ihren Hund intensiv zu beobachten und bei Leistungsabfällen die Intervalle der Belohnungen wieder zu erhöhen, um die Motivation wieder zu steigern. Seien Sie hier auch nicht zu ungeduldig, Hundeerziehung kann je nach Hund ein sehr langwieriger Prozess sein und bedenken Sie, ein Hund lernt sein Leben lang!

Alternative Belohnungsarten der Hundeerziehung

Jedes hartnäckige Verhalten Ihres Hundes wird in irgendeiner Weise belohnt, das klingt unlogisch, vor allem, wenn es um unerwünschtes Verhalten geht. Beschäftigen wir uns vorerst mit alternativen Belohnungsformen der Hundeerziehung. Aufmerksamkeit, Spiel mit anderen Hunden, das Ableinen, Streicheleinheiten, ausgiebiges Lob, usw. sind auch wirksame Belohnungsarten der Hundeerziehung. Es muss nicht immer ein Leckerchen sein! Aber auch hier gilt es, diese Belohnungsarten nur dann zu nutzen, wenn Ihr Hund sich ordentlich benimmt und gewünschtes Verhalten zeigt.

Seltsamerweise kann auch das Beenden eines unangenehmen Zustandes ein Lob darstellen. Hier spricht man von negativer Verstärkung. Die Hundeerziehung findet auch im Alltag statt, Sie wollen beispielsweise Ihren Welpen oder Junghund bürsten. Er mag das aber nicht und wehrt sich dagegen in unterschiedlicher Form. Wenn Sie in diesem Moment aufgeben und aufhören, Ihren Willen durchzusetzen, belohnen Sie direkt Ihren Hund, da Sie ja die unerwünschte Handlung einstellen. Ähnlich ist es mit Jaulen und Kratzen an der Tür während Ihrer Abwesenheit. Öffnen Sie genau in diesem Moment die Tür und begrüßen Ihren Hund, fühlt sich Ihr Hund für das Jaulen und Kratzen an der Tür bestätigt. Versteht Ihr Hund dieses Prinzip, wird er es in jeder für sich unbequemen Situation ausnutzen.

Lassen Sie es also niemals zu, dass Ihr Hund eine unangenehme Situation von sich aus beendet, bzw. Sie dazu bringt sie zu beenden.

Wirksame und sinnvolle Strafen in der Hundeerziehung

Bei der Anwendung von Bestrafungen in der Hundeerziehung sollte man mit viel Vorsicht und Sachverstand vorgehen. Oftmals kann der Hundebesitzer nicht die Verknüpfung des Hundes bei der Hundeerziehung nachvollziehen. Da die Hundeerziehung grundsätzlich auf Verknüpfung von Handlung und Kommando besteht, kann eine fehlerhafte Bestrafung in der Hundeerziehung fatale Folgen haben.

Eine wirksame Bestrafung für unerwünschtes Verhalten in der Hundeerziehung ist die sogenannte Auszeit bzw. das zeitlich begrenzte Ignorieren des Hundes. Überdreht Ihr Hund beispielsweise beim Spiel und schnappt nach Ihrer Hand, so beenden Sie sofort das Spiel. Wichtig ist das Timing, der Hund schnappt, Sie beenden das Spiel, dadurch stellt er die Verknüpfung her. Diese Zwangspause ist eine sehr milde Art der Bestrafung und auch die einzige Strafe, die in verschiedenen Ausbildungsbereichen Ihre Anwendung findet. Ist Ihr Hund beim Agilitytraining ein chronischer Frühstarter, so besteht die Strafe darin, wortlos an der Leine eine Pause zu machen, bis er wieder an den Start darf.

Bestrafung in der Hundeerziehung ist wie bereits beschrieben eine unangenehme Einwirkung auf den Hund bei unerwünschtem Verhalten. Neben dem richtigen Timing ist auch der Informationswert der Bestrafung wichtig. Der Hund muss in der effizienten Hundeerziehung wissen, wofür er überhaupt bestraft wird. Zerlegt Ihr Hund in Ihrer Abwesenheit die Wohnungseinrichtung, Sie kommen nach Hause und schimpfen, wird Ihr Hund sicherlich eingeschüchtert sein. Sobald er sich aber von dem Schrecken erholt hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, bei Ihrer nächsten Abwesenheit die Wohnung wieder zu zerlegen, da er die Verknüpfung nicht herstellen konnte. Bestrafen Sie Ihren Hund in der Hundeerziehung zu oft, ohne das er eine Verknüpfung herstellen kann, wird Ihr Hund stur und abgehärtet gegen Bestrafungen.

Neben dem bereits beschriebenem korrekten Timing der Bestrafung sollte die Bestrafung in der Hundeerziehung möglichst immer beim allerersten Versuch des unerwünschten Verhaltens erfolgen. Wenn das unerwünschte Verhalten beim ersten Mal direkt unangenehm für den Hund wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dies zukünftig unterlässt, weil er die Verknüpfung verstanden hat. Wird das unerwünschte Verhalten nicht sofort sanktioniert und Ihr Hund entwickelt im schlimmsten Fall sogar Spaß daran, werden Sie wahrscheinlich auch mit harten Strafen wenig erreichen. Im besten Fall wird sich Ihr Hund lediglich in Ihrer Gegenwart und Kontrolle zusammenreißen

Bestrafung sollte in keinem Falle ein Mittel zur Hundeerziehung sein, Bestrafung sollte nur selten erfolgen, aber nachdrücklich. Besser einmal zu hart bestrafen als ein einmal zu weich auf den Hund einwirken. Im besten Fall natürlich, wenn Sie Ihren Hund direkt beim Fehlverhalten erwischen und bestrafen.

Falsches Mitleid bei der Bestrafung in der Hundeerziehung ist nicht angebracht, Ihr Hund reagiert nicht auf die zu weiche Bestrafung, daraus entsteht eine Spirale, selbst härtere Strafen wirken nicht beim Hund, sondern härten ihn noch ab. Ihre Strafe muss unmittelbar und hart erfolgen, ein gesäuseltes „Nein“ interessiert Ihren Liebling relativ wenig, wenn er Spaß an der Jagd entwickelt hat.

Wichtig: Harte Bestrafung bedeutet nicht zwangsläufig den Hund zu verprügeln!

Die Strafe bei der Hundeerziehung muss ausnahmslos bei jedem Fehlverhalten erfolgen. Tun Sie das nicht und lassen Ausnahmen zu, so lernt er Situationen zu unterscheiden und wägt ab, ob er eine Strafe zu erwarten hat oder nicht und wartet auf seine Chance, z. B. um wieder zu Jagen.

Idealerweise erfolgt die Bestrafung während der Hundeerziehung anonym. Ihr Hund sollte glauben, dass die unangenehme Folge des unerwünschten Verhaltens nicht von Ihnen, sondern aus der Situation und damit von ihm selbst heraus verursacht wird. Der Vorteil hiervon ist, dass das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund nicht getrübt wird und Sie weiterhin positiv an der Hundeerziehung arbeiten können.

Anonyme Strafen könnten sein:

Einschmieren von Gegenständen, die Ihr Hund gerne anknabbert, mit Tabasco

An Plätzen, an denen Ihr Hund nichts zu suchen hat, bauen Sie ihm eine Falle aus leeren Konservendosen, die lauten Krach verursachen Je unbeteiligter Sie sich bei der Bestrafung verhalten, umso geringer ist die Gefahr, dass Ihr Hund Sie in Verbindung mit der Strafe bringt

Besonders sinnvoll ist es, wenn Sie Strafen parallel mit Ersatzverhalten trainieren. Trainieren Sie ein gewünschtes Ersatzverhalten schon während der Hundeerziehung, könnte das zur Folge haben, dass eine Bestrafung erst gar nicht nötig wird. Je interessanter das Ersatzverhalten ist, umso mehr konzentriert sich der Hund darauf, dieses Ersatzverhalten zu erhalten, die Jagd könnte damit völlig uninteressant werden. Kommen Sie in Situationen, in der Sie wissen, dass er gleich sein Fehlverhalten zeigen wird, lenken Sie ihn mit positiven Ersatzverhalten ab und loben Sie ihn..

Das Fazit der Bestrafung ist, dass die Bestrafung sehr gezielt und bewusst eingesetzt werden muss. Bestrafen Sie Ihren Hund in der Hundeausbildung niemals unbedacht oder emotional wütend. Ebenfalls hat Strafe nichts mit Hundeausbildung zu tun, sondern mit Hundeerziehung.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/

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